003-3311434-3700064
WyrokETPCz2010-10-21
Analiza orzeczenia
Sekcja wygenerowana przez AI na podstawie treści orzeczenia — nie stanowi cytatu.
Zagadnienie prawne
Czy umieszczenie skarżącego w areszcie prewencyjnym (Sicherungsverwahrung) po odbyciu kary pozbawienia wolności naruszyło jego prawo do wolności i bezpieczeństwa osobistego gwarantowane przez artykuł 5 § 1 Konwencji?Ratio decidendi
Trybunał, odwołując się do swojego wcześniejszego orzeczenia w sprawie M. przeciwko Niemcom, uznał, że umieszczenie w areszcie prewencyjnym, zarządzone wraz z wyrokiem skazującym, jest dopuszczalne na podstawie artykułu 5 § 1 (a) Konwencji jako "pozbawienie wolności po skazaniu" przez właściwy sąd, o ile nie przekracza maksymalnego okresu przewidzianego w momencie popełnienia czynu i skazania. W niniejszej sprawie Trybunał stwierdził istnienie wystarczającego związku przyczynowego między wyrokiem skazującym z 1995 roku a kontynuowanym pozbawieniem wolności. Sądy krajowe, w oparciu o ocenę ryzyka recydywy, zachowania skarżącego w więzieniu oraz jego odmowy podjęcia terapii, uznały, że nadal stanowi on zagrożenie, co uzasadniało dalsze stosowanie środka zabezpieczającego.Stan faktyczny
Skarżący, Ekkehard Grosskopf, obywatel Niemiec, został w maju 1995 roku skazany przez Landgericht Köln za usiłowanie kradzieży w zorganizowanej grupie na karę siedmiu lat pozbawienia wolności. Jednocześnie sąd zarządził jego umieszczenie w areszcie prewencyjnym (Sicherungsverwahrung) na podstawie § 66 StGB, uznając go za niebezpiecznego dla społeczeństwa z uwagi na jego osobowość i liczne wcześniejsze wyroki. W lutym 2002 roku, przed zakończeniem kary, sąd krajowy zarządził wykonanie aresztu prewencyjnego, stwierdzając dalsze ryzyko recydywy. Decyzja ta została podtrzymana w 2006 roku, m.in. z powodu odmowy podjęcia terapii przez skarżącego i niewłaściwego użycia komputera w więzieniu.Rozstrzygnięcie
Trybunał stwierdza brak naruszenia artykułu 5 § 1 Konwencji.Pełny tekst orzeczenia
Pressemitteilung des Kanzlers
No. 771
21.10.2010
Die mit der Verurteilung eines Straftäters angeordnete
Unterbringung in der Sicherungsverwahrung ist nicht
grundsätzlich konventionswidrig
In einem heutigen Kammerurteil im Fall Grosskopf gegen Deutschland (Beschwerde-
Nr. 24478/03), das noch nicht rechtskräftig ist1, stellte der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte einstimmig keine Verletzung von Artikel 5 § 1 (Recht auf Freiheit
und Sicherheit) der Europäischen Menschenrechtskonvention fest.
Der Fall betraf die Unterbringung des Beschwerdeführers in der Sicherungsverwahrung
im Anschluss an die vollständige Verbüßung seiner Freiheitsstrafe.
Zusammenfassung des Sachverhalts
Der Beschwerdeführer, Ekkehard Grosskopf, ist deutscher Staatsbürger, 1945 geboren,
und derzeit in Aachen in Sicherungsverwahrung. Im Mai 1995 verurteilte ihn das
Landgericht Köln wegen versuchten Bandendiebstahls in drei Fällen unter Einbeziehung
einer vorherigen Verurteilung zu einer insgesamt siebenjährigen Freiheitsstrafe. Zugleich
ordnete das Gericht seine Unterbringung in der Sicherungsverwahrung nach § 66 StGB
an. Es kam angesichts der Persönlichkeit und der hohen Zahl einschlägiger
Verurteilungen Herrn Grosskopfs zu der Auffassung, dass er einen Hang zur Begehung
von Straftaten habe, die einen schweren wirtschaftlichen Schaden anrichteten und er
folglich für die Allgemeinheit gefährlich sei.
Kurz vor dem Ende seiner Haftstrafe, im Februar 2002, ordnete die
Strafvollstreckungskammer
des
Landgerichts
Aachen
den
Vollzug
der
Sicherungsverwahrung, wie vom Landgericht Köln in der Verurteilung vorgesehen, im
Anschluss an die Freiheitsstrafe an. Das Gericht stützte sich auf die Einschätzung des
Gefängnisleiters und der Staatsanwaltschaft und befand, dass Herr Grosskopf weiterhin
rückfallgefährdet sei. Das Oberlandesgericht Köln bestätigte die Entscheidung und am
18. Dezember 2002 lehnte es das Bundesverfassungsgericht ab, Herrn Grosskopfs
Verfassungsbeschwerde dagegen zur Entscheidung anzunehmen (Az. 2 BvR 808/02).
Im Überprüfungsverfahren nach § 67e StGB lehnte es die Strafvollstreckungskammer
des Landgerichts Aachen im Februar 2006 ab, die weitere Vollstreckung der
Sicherungsverwahrung zur Bewährung auszusetzen, da keine neuen Entwicklungen
erkennbar seien, die Anlass zu einer günstigeren Prognose geben könnten. Insbesondere
habe Herr Grosskopf eine Therapie verweigert und seine Arbeit als Redakteur der
Gefängniszeitung wegen missbräuchlicher Verwendung des Computers verloren. Am 21. Gemäß Artikel 43 und 44 der Konvention ist dieses Kammerurteil nicht rechtskräftig. Innerhalb von drei
Monaten nach der Urteilsverkündung kann jede Partei die Verweisung der Rechtssache an die Große Kammer
beantragen. Liegt ein solcher Antrag vor, berät ein Ausschuss von fünf Richtern, ob die Rechtssache eine
weitere Untersuchung verdient. Ist das der Fall, verhandelt die Große Kammer die Rechtssache und
entscheidet durch ein endgültiges Urteil. Lehnt der Ausschuss den Antrag ab, wird das Kammerurteil
rechtskräftig.
Sobald ein Urteil rechtskräftig ist, wird es dem Ministerkomitee des Europarats übermittelt, das die Umsetzung
der Urteile überwacht. Weitere Informationen zum Verfahren der Umsetzung finden sich hier:
www.coe.int/t/dghl/monitoring/execution.
g
Juni
lehnte
es
das
Bundesverfassungsgericht
ab,
eine
erneute
Verfassungsbeschwerde Herrn Grosskopfs zur Entscheidung anzunehmen (Az. 2 BvR
1169/06).
Beschwerde, Verfahren und Zusammensetzung des Gerichtshofs
Unter Berufung auf Artikel 5 § 1 beklagte sich Herr Grosskopf insbesondere über seine
Unterbringung in der Sicherungsverwahrung seit 2002.
Die Beschwerde wurde am 20. Juni 2003 beim Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte eingelegt.
Das Urteil wurde von einer Kammer mit sieben Richtern gefällt, die sich wie folgt
zusammensetzte:
Peer Lorenzen (Dänemark), Präsident,
Renate Jaeger (Deutschland),
Rait Maruste (Estland),
Isabelle Berro-Lefèvre (Monaco),
Mirjana Lazarova Trajkovska (“ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien”),
Zdravka Kalaydjieva (Bulgarien),
Ganna Yudkivska (Ukraine), Richter,
und Claudia Westerdiek, Sektionskanzlerin.
Entscheidung des Gerichtshofs
Artikel 5 § 1
Der Gerichtshof bezog sich auf sein Urteil im Fall M. gegen Deutschland2. Er hatte darin
festgestellt, dass die Unterbringung von Herrn M. in der Sicherungsverwahrung, die wie
in Herrn Grosskopfs Fall zusammen mit der Verurteilung angeordnet worden war, als
Freiheitsentzug „nach Verurteilung“ durch ein zuständiges Gericht im Sinne von Artikel 5
§ 1 (a) bis zum Ablauf der zum Zeitpunkt seiner Tat und Verurteilung vorgeschriebenen
Höchstdauer von zehn Jahren zulässig war. Der Gerichtshof sah keinen Anlass, von
dieser Entscheidung abzuweichen und befand daher, dass die Unterbringung von Herrn
Grosskopf in der Sicherungsverwahrung ebenso als „nach Verurteilung“ im Sinne von
Artikel 5 § 1 (a) zu bewerten war. Im Gegensatz zum Fall M. gegen Deutschland
überschritt die Dauer der Sicherungsverwahrung im vorliegenden Fall nicht die zum
Zeitpunkt der Tat und Verurteilung Herrn Grosskopfs zulässige Höchstdauer.
Zwischen Herrn Grosskopfs Verurteilung und dem fortdauernden Freiheitsentzug bestand
ein ausreichender Kausalzusammenhang. In den Verfahren von 2002 und 2006 hatten
die für die Strafvollstreckung zuständigen Gerichte angesichts seiner einschlägigen
Verurteilungen, seines Verhaltens im Gefängnis und seiner Haltung zur Arbeit befunden,
dass er weiterhin rückfallgefährdet sei. Die Entscheidung, Herrn Grosskopf nicht zu
entlassen stand folglich im Einklang mit dem Urteil des Landgerichts Köln von 1995, das
seine Sicherungsverwahrung anordnete, um ihn an der Begehung weiterer schwerer
Eigentumsdelikte zu hindern.
Der Gerichtshof unterstrich die Bedenken im Hinblick auf die Situation von in der
Sicherungsverwahrung Untergebrachten, die er in seinem Urteil im Fall M. gegen
Deutschland geäußert hatte. In Deutschland stehen derzeit offenbar keine besonderen
Maßnahmen, oder Institutionen zur Betreuung von in der Sicherungsverwahrung
M. gegen Deutschland (19359/04) vom 17. Dezember 2009
g
Untergebrachten, die darauf abzielen, deren Gefährlichkeit zu reduzieren, abgesehen von
den auch für gewöhnliche Langzeithäftlinge vorgesehenen Angeboten. Dennoch waren
die Entscheidungen der deutschen Gerichte, die Unterbringung Herrn Grosskopfs in der
Sicherungsverwahrung zu verlängern, im Hinblick auf die Zielsetzung des ursprünglichen
Urteils angemessen, da er jegliche Therapie verweigert und keinerlei Neubewertung
seiner kriminellen Vergangenheit signalisiert hatte und außerdem offenbar keine anderen
Maßnahmen zur Verfügung standen, um ihn wirksam an der Begehung weiterer schwerer
Eigentumsdelikte zu hindern.
Der Gerichtshof kam einstimmig zu dem Schluss dass keine Verletzung von Artikel 5 § 1
vorlag.
Das Urteil liegt nur auf Englisch vor.
Diese Pressemitteilung ist von der Kanzlei erstellt und für den Gerichtshof nicht bindend.
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Frédéric Dolt (+ 33 3 90 21 53 39)
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wurde 1959 in Straßburg von den
Mitgliedstaaten des Europarats errichtet, um die Einhaltung der Europäischen
Menschenrechtskonvention von 1950 sicherzustellen.
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© Rada Europy / Europejski Trybunał Praw Człowieka, źródło: HUDOC (hudoc.echr.coe.int), pozyskano 15.07.2026. · Źródło